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Es gibt andere Welten als diese.
(Jake Chambers in der Saga vom dunklen Turm)

Klaus' kleine Hardcover-Sammlung von King-Büchern. Und alle gelesen, jawohl ...

King und ich - Der Versuch einer Annäherung
21.September 2007 - Millionen Menschen auf der Welt denken an diesem Tag an Stephen King. Es ist dessen 60. Geburtstag. Längst hat er sich eine Fan-Gemeinde erschrieben, die ihresgleichen sucht: Seine über 40 Romane, über 100 Erzählungen, Kurzgeschichten und Novellen, seine Drehbücher, Essays und Sachbücher sind in fast 40 Ländern in einer Auflage von insgesamt rund 250 Millionen Exemplaren erschienen.
Ich gestehe - ich habe an diesem Tag erst an Stephen King gedacht, als ich den Geburtstagsartikel in der "Thüringer Allgemeinen" las. Ich stehe inzwischen mehr auf Ideale als auf Idole und habe mit Devotionalien nur wenig am Hut. "Die Angst des Erfolgreichen" hat Ulf Heise getitelt. King, so liest man, sei ein "Thrillerguru" voller Ängste, vor allem Versagensängste. Heise schreibt: "Offenbar glaubt dieser Experte für Gänsehaut, der in der Öffentlichkeit gern den abgebrühten Cowboy und das Raubein der Literatur mimt, an so etwas wie Inspiration." Nun ja - mit seinem ambivalenten Urteil steht Heise nicht alleine da.
Kaum ein Gegenwartsautor wird von der Kritik so distanziert behandelt wie Stephen King. Er produziere am Fließband und ohne literarischen Wert, hieß der Grundtenor, als King im Jahr 2003 mit dem renommierten amerikanischen "National Book Award" geehrt wurde, eine Auszeichnung, die vor ihm unter anderem William Faulkner, Saul Bellow, John Updike, Philip Roth und John Irving erhielten. Doch schon zuvor wurde Stephen King mit über 20 Literaturpreisen geehrt, darunter allein fünf Mal der "Bram Stoker Award" als wichtigsten amerikanischen Preis für Horror-Literatur. Wäre King kommerziell nicht so erfolgreich, würde die Kritik vermutlich über ihn herfallen wie ein Schwarm Heuschrecken. Produktive Autoren pflegen Kritiker stets besonders misstrauisch zu beäugen.
Doch es gibt noch einen ganz anderen Grund, warum die Kritiker so auf Abstand gehen. Stephen King schreibt, nun ja, man kann es wohl nicht anders bezeichnen, Unterhaltungsliteratur an der Grenze zum Trivialen. Friedrich Gerstäcker, James Fenimore Cooper (der mit dem Lederstrumpf) und Karl May bleiben heilige Kühe, die nicht geschlachtet werden. Aber was ist der Horror anderes, als die konsequente Fortsetzung der Schauerromane des 18. Jahrhunderts?
Kings Pech mit den Kritikern setzt mit seinem Karrierestart ein. Als 1974 der Verlag Doubleday die Rechte an "Carrie" aufkauft, wird King quasi über Nacht berühmt. Ein plötzlicher Erfolg? Wer das glaubt, der weiß nicht, dass Kings Roman "Amok" schon vor "Carrie" entstand und dass King dafür sechzig (in Ziffern: 60) Absagen von Verlagen bekommen hat. Wie dem auch sei - "Carrie" war ein Horrorroman, und King war festgelegt wie ein Schauspieler, der in einer Fernsehserie als Schurke, Arzt oder als Agent 007 für immer auf eine Rolle festgelegt ist.
"Salem's Lot" (1975; dt. "Brennen muss Salem", 1985) und "Shining" (1977; "Shining", 1980) vergößern seine Popularität und natürlich auch sein Bankkonto. Beides sind Horrorromane wie Carrie auch. Doch schon mit seinem vierten "richtigen" Roman zeigt Stephen King, wozu er fähig ist. "The Stand" (1978; "The Stand- Das letzte Gefecht", 1985) ist ein Endzeitepos, welches das immerwährende Thema des Kampfes von Gut und Böse in einen Thriller verpackt, der Spannung und Action und Horror auf eine ganz wunderbare Art und Weise miteinander verknüpft. Dennoch wird King auch danach nur als Horror-Autor wahrgenommen und bedient seine Fan-Gemeinde entsprechend: Mit dem Feuerkind, mit Cujo, Christine und Friedhof der Kuscheltiere.
Was hat mich eigentlich zum Fan von Stephen King gemacht? Die Faszination, die seine Bücher auf mich ausüben, ist nur schwer zu beschreiben. Da ist die beneidenswert gute Schreibtechnik. Ich habe es nie analysieren können, wie es King schafft, das Grauen innerhalb weniger Sätze aus der Normalität auferstehen zu lassen. Und da ist natürlich die brillante Unterhaltung. Ich liebe Grass (vor allem "Der Butt") und ich liebe Strittmatter seiner Stilistik wegen - aber von niemandem lasse ich mich lieber unterhalten, als von Stephen King. Wenn ich nach einem Zehn- oder Elf-Stunden-Tag nach Hause komme (neun Stunden, wenn es ein guter Tag war) , dann habe ich nicht mehr die Kraft für meine Feuchtwanger, Beauvoir oder andere schwere Literatur. Dann will ich unterhalten werden. Und weil im Fernsehen zunehmend Schrott läuft, der zudem meine Fantasie nicht fordert, greife ich zu leichter literarischer Kost und lande bei Stephen King. Unterhaltungsliteratur. Trivial, meinetwegen doch. Gerne.
Wollen Sie, werter Leser, sich auch einmal auf das Wagnis Stephen King einlassen? Dann kommen Sie mit, ich entführe sie jetzt einfach in eine andere Welt. Wenn Sie das nicht mögen .... oben rechts im Titelfenster ist ein rotes Kreuz, gehen Sie doch einfach. Ich werde Ihnen einen anderen Geschmack gewiss nicht verübeln.
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Stephen King - Eine Biografie
21.09.1947 (0): Stephen King kommt am als zweiter Sohn des Seemanns Donald und Nellie Ruth (geb. Pillsbury) King in Portland (Maine) auf die Welt.
1949 (2 Jahre): Donald King verlässt die Familie ins Nirgendwo - er kam vom Zigarettenholen nicht mehr zurück. Mehrere Wohnungswechsel und ein unstetes Leben folgen. Den Verlust des Vaters verarbeitet King bereits
1956 (9 Jahre): auf "literarische" Art. Er schreibt eine Kurzgeschichte, in der einem Jungen eine hohe Belohnung des Königs winkt, wenn er drei Hexen umbringt - was natürlich gelingt, worauf der Junge und sein Vater (!) bis ans Lebensende miteinander glücklich waren.
1960 (13 Jahre): Stephen King gibt eine eigene "Zeitschrift " heraus, in der 18 seiner Kurzgeschichten erschienen. Inspirieren ließ er sich von einer Kiste voller Horror- und Schundgeschichten sowie unveröffentlicher Manuskripte seines Vaters, die er auf dem Boden fand.
1966-1970 (19-23): Nach dem Besuch der Lisbon Hall High School studiert King an der University of Maine und lernt Tabitha Spruce, seine spätere Frau, kennen.
1967 (20 Jahre): Die erste "offizielle" Veröffentlichung. Die Geschichte "The Glass Floor" erscheint in "Startling Mystery Stories".
02.01.1971 (23 Jahre): Stephen King heiratet Tabitha Spruce. Im selben Jahr kommt Tochter Naomi Rachel auf die Welt.
1971 (24 Jahre): King nimmt eine schlecht bezahlte Stellung als Englisch-Lehrer an der Public High in Hampton (Maine) an. Um die Familie durchzubringen, jobbt er als Bügler und Tankwart.
1972 (24 Jahre): Kings Sohn Joseph Hilstrom wird geboren.
1973 (26 Jahre): Der Verlag Doubleday nimmt seinen Roman "Carrie" an. "Carrie" war eine schwere literarische Geburt. Sie landete zunächst im Mülleimer, wo sie Kings Frau Tabitha wieder herausfischte, las, und ihn zum Weiterschreiben ermunterte. Da King bereits mehrere literarische Tiefschläge hinter sich hatte, wirkte der Erfolg auf ihn ungeheuer motivierend.
1974 (27 Jahre): "Carrie" erscheint bei Doubleday. Für die Taschenbuchrechte kassiert King wenig später 400.000 Dollar. So wird "Carrie" auch ein wirtschaftlicher Erfolg. King lässt den Lehrerberuf sausen und widmet sich nur noch dem Schreiben.
1975 (28 Jahre): "Salems Lot" (Brennen muss Salem) erscheint.
1976 (29 Jahre): "Carrie" wird verfilmt - und ein Riesenerfolg. Der Film, mit einem Low-Cost-Budget von 1,8 Millionen Dollar gedreht, spielt 15 Millionen Dollar ein. Sissy Spacek in der Rolle der Carrie wird über Nacht berühmt. Interessant: Der Film ist auch das Kino-Debüt des jungen John Travolta.
1977 (30 Jahre): Kings Sohn Owen Philipp wird geboren.
1978 (31 Jahre): Das Endzeit-Epos "The Stand" erscheint - allerdings erst im Jahr 1990 in der zweiten, besseren (KJ) und "vollständigen" Fassung.
1980 (33 Jahre): King erhält erstmals den "World Fantasy Award" - weitere folgten.
1980-1991/92 (33-45 Jahre): King schreibt wie ein Besessener, kann aber seinen Erfolg nur schwer verarbeiten. Er trinkt im Übermaß, wird später alkoholsüchtig und nimmt Aufputschmittel sowie Kokain. Erst Anfang der 90er Jahre kommt er mit Hilfe seiner Frau von der Sucht los.
1982 (35 Jahre): Mit "Gunslinger" (Schwarz) erscheint das erste Buch seines siebenbändigen Zyklusses vom Dunklen Turm.
1986 (39 Jahre): Mit "It" (Es) erscheint einer seiner besten und opulentesten Horror-Geschichten.
1987 (40 Jahre): Für "Misery" (Sie) erhält King den erstmals verliehenen "Bram Stoker Award", den inzwischen wichtigsten internationalen Preis für Horrorliteratur.
1991 (44 Jahre): Eric Keene, ein vermutlich geistesgestörter Fan, bricht in Kings Haus ein und bedroht dessen Frau Tabitha. King verhält sich später sehr distanziert zu seinen Fans und zieht sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück.
1994 (47 Jahre): Mit "Insomnia" (Schlaflos) erscheint der (für mich - KJ) beste Roman von Stephen King überhaupt. Er selbst hält das Buch für eines seiner schlechtesten. (Sollte uns das nicht zu denken geben? Ich denke - Nein!)
1996 (49 Jahre): Der später mit Tom Hanks erfolgreich verfilmte Roman "The Green Mile" erscheint als Fortsetzungsroman in sechs Bänden.
19.06.1999: (52 Jahre): Stephen King wird beim Spazierengehen auf einer einsamen Landstraße unweit seines Hauses von einem Betrunkenen angefahren und lebensgefährlich verletzt. Dass ihn eine Lokalzeitung versehentlich für tot erklärte, führte zu weltweiten Spekulationen und Schlagzeilen. Den Unfall hat er später mehrfach literarisch verarbeitet, unter anderem im siebenten Band seiner Turm-Saga (2004).
1999 (52 Jahre): Für "Sara" (Sara) erhält King den "Bram Stoker Award", den "Locus Award" und den "British Fantasy Award".
21.04.2000: An Kings 53. Geburtstag stirbt Bryan Smith - der Verursacher von Kings schwerem Verkehrsunfall. Sein früher Tod mit gerade mal 43 Jahren ausgerechnet an diesem Tag führte zu lang anhaltenden mystifizierenden Diskussionen in seiner internationalen Fan-Gemeinde.
2000 (53 Jahre): "On Writing: A Memoir of the Craft" (Über das Leben und das Schreiben) erscheint und gibt tiefe Einblicke in das Leben und das Schaffen von Stephen King.
2001 (54 Jahre): "Duddits" (Dreamcatcher) erscheint. King schrieb das Buch während seiner Genesung von dem Autounfall.
2003 (56 Jahre): Stephen King erhält den renommierten amerikanischen "National Book Award".
2003 (56 Jahre): Hinter Joanne K. Rowling (Harry Potter) und J.R. Tolkien (Herr der Ringe) wird Stephen King auf Platz drei des "Deutschen Phantastik Preises" in der Kategorie "Bester Roman International" gewählt.
2005 (58 Jahre): Für seine Saga vom dunklen Turm erhält King den "Deutschen Phantastik Preis".
2006 (59 Jahre): "Cell" (Pulse) und "Liseys Story" (Love) erscheinen. Einige Kritiker halten sie für die bislang schlechtesten Werke von King.
2008 (60 Jahre): Mit "Duma Key" (Wahn) knüpft King an seine besten Solo-Werke an. Wieder verarbeitet er das Trauma seines schweren Unfalls.
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Stephen King - Eine Bibliografie
Gerade bei Stephen King ist es enorm wichtig, genau abzugrenzen, um was für eine Bibliografie es sich handelt. Eine Bibliografie sollte ja ein vollständiges literarisches Werksverzeichnis liefern - allerdings unter Berücksichtigung von Auswahlkriterien. Darauf kommt es an, weil sonst eine Bibliografie schlicht unmöglich ist. So wäre die Frage zu klären, ob Briefe oder Fragmente von Stephen King als eigenständige literarische Werke gelten sollen, oder nicht. Das kann nur Aufgabe von Literaturwissenschaftlern sein - nicht die Aufgabe von Literaturfreunden.
In der folgenden Bibliografie finden sich die Werke von Stephen King, die in Buchform in Englisch erschienen sind. Deutsche Ausgaben sind dabei besonders berücksichtigt. Erfasst sind auch die Bücher, die King unter seinem bekanntesten Pseudonym Richard Bachman geschrieben hat.
| 1974 |
Carrie |
1977 |
Carrie |
Schneekluth |
|
| 1975 |
Salem's Lot |
1985 |
Brennen muss Salem |
Heyne |
|
| 1977 |
The Shining |
1980 |
Shining |
Lübbe |
|
| 1977 |
Rage |
1988 |
Amok |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 1978 |
The Stand |
1985 |
Das letzte Gefecht |
Lübbe |
1990 als "ungekürzte Fassung" |
| 1978 |
Nightshift |
1984 |
Nachtschicht |
Lübbe |
Kurzgeschichten |
| 1979 |
The dead Zone |
1985 |
Das Attentat |
Heyne |
|
| 1979 |
The long Walk |
1987 |
Todesmarsch |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 1980 |
Firestarter |
1981 |
Feuerkind |
Lübbe |
|
| 1980 |
The Mist |
1987 |
Nebel |
Edition Fantasia |
engl. in der Anthologie "Dark Forces" |
| 1981 |
Cujo |
1983 |
Cujo |
Lübbe |
|
| 1981 |
Danse Macabre |
1988 |
Danse Macabre |
Heyne |
Sachbuch |
| 1981 |
Roadwork |
1986 |
Sprengstoff |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 1982 |
Creepshow |
1989 |
Creepshow |
Lübbe |
Comic |
| 1982 |
Different Seasons |
1984 |
Frühling, Sommer, Herbst und Tod |
Lübbe |
|
| 1982 |
The running Man |
1986 |
Menschenjagd |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 1982 |
The Gunslinger |
1988 |
Schwarz |
Heyne |
The Dark Tower I |
| 1983 |
Christine |
1983 |
Christine |
Lübbe |
|
| 1983 |
Pet Sematary |
1985 |
Friedhof der Kuscheltiere |
Hoffmann & Campe |
|
| 1984 |
The Talisman |
1986 |
Der Talisman |
Hoffmann & Campe |
zusammen mit Peter Straub |
| 1984 |
Thinner |
1985 |
Der Fluch |
Heyne |
|
| 1985 |
Cycle of the Werewolf (auch: Silver Bullet) |
1985 |
Das Jahr des Werwolfs (auch: Der Werwolf von Tarker Mills) |
Lübbe |
Kalendergeschichte / Drehbuch |
| 1985 |
Skeleton Crew |
1985 |
Im Morgengrauen, Der Gesang der Toten, Der Fornit, Blut |
Heyne |
Kurzgeschichten |
| 1986 |
It |
1986 |
Es |
Heyne |
|
| 1987 |
The Eyes of the Dragon |
1987 |
Die Augen des Drachen |
Heyne |
|
| 1987 |
Misery |
1987 |
Sie |
Heyne |
|
| 1987 |
The Tommyknockers |
1988 |
Das Monstrum |
Hoffmann & Campe |
|
| 1987 |
The Drawing of the Three |
1989 |
Drei |
Heyne |
The Dark Tower II |
| 1988 |
Nightmares in the Sky |
1989 |
Nachtgesichter |
Heyne |
Sachbuch / Bildband |
| 1989 |
The Dark Half |
1989 |
Stark |
Heyne |
|
| 1990 |
The Stand - The complete and uncut Edition |
1990 |
The Stand - Das letzte Gefecht |
Heyne |
|
| 1990 |
Four past Midnight |
1990 |
Nachts / Langoliers |
Heyne |
Vier Novellen |
| 1991 |
Needfull Things |
1991 |
In einer kleinen Stadt |
Heyne |
|
| 1991 |
The Waste Land |
1991 |
Tot |
Heyne |
The Dark Tower III |
| 1992 |
Dolores Claiborne |
1992 |
Dolores |
Hoffmann & Campe |
|
| 1992 |
Gerald's Game |
1992 |
Das Spiel |
Heyne |
|
| 1993 |
Nightmares and Dreamscapes |
1993 |
Alpträume (auch: Abgrund/Alpträume) |
Hoffmann & Campe |
Kurzgeschichten |
| 1994 |
Insomnia |
1994 |
Schlaflos |
Heyne |
|
| 1994 |
Mid-Life Confidential |
|
|
|
|
| 1995 |
Rose Madder |
1995 |
Das Bild |
Heyne |
|
| 1996 |
The two dead Girls / The Mouse on the Mile / Coffey's Hands / The bad Death of Eduard Delacroix / Night Journey / Coffey on the Mile |
1996 |
The Green Mile |
Heyne |
i.O. als Fortsetzungsroman erschienen |
| 1996 |
Desperation |
1996 |
Desperation |
Heyne |
|
| 1996 |
The Regulators |
1996 |
Regulator |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 1997 |
Wizard and Glass |
1997 |
Glas |
Heyne |
The Dark Tower IV |
| 1997 |
Six Stories |
|
|
|
Kurzgeschichten |
| 1998 |
Bag of Bones |
1998 |
Sara |
Heyne |
|
| 1999 |
The Girl who loved Tom Gordon |
2000 |
Das Mädchen |
Schneekluth |
|
| 1999 |
Storm of the Century |
1999 |
Der Sturm des Jahrhunderts |
Heyne |
Drehbuch |
| 1999 |
Hearts of Atlantis |
1999 |
Atlantis |
Heyne |
|
| 2000 |
Riding the Bullett |
2000 |
Achterbahn |
Ullstein |
Kurzgeschichte |
| 2000 |
On Writing: The Memoir of the Craft |
2000 |
Das Leben und das Schreiben |
Ullstein |
Autobiografie/Sachbuch |
| 2000 |
Secret Windows |
|
|
|
Essays/Kurzgeschichten |
| 2000 |
The Plant |
|
|
|
Fortsetzungsroman im Internet, unvollendet |
| 2001 |
Dreamcatcher |
2001 |
Duddits |
Ullstein |
|
| 2001 |
Black House |
2002 |
Das schwarze Haus |
Heyne |
zusammen mit Peter Straub |
| 2001 |
Everything's Eventual |
2002 |
Im Kabinett des Todes |
Ullstein |
Kurzgeschichten |
| 2002 |
From a Buick 8 |
2002 |
Der Buick |
Ullstein |
|
| 2003 |
Wolves of the Calla |
2003 |
Wolfsmond |
Heyne |
The Dark Tower V |
| 2004 |
Song of Susannah |
2004 |
Susannah |
Heyne |
The Dark Tower VI |
| 2004 |
The Dark Tower |
2004 |
Der dunkle Turm |
Heyne |
The Dark Tower VII |
| 2005 |
The Colorado Kid |
2005 |
Colorado Kid |
Ullstein |
|
| 2006 |
Cell |
2006 |
Pulse |
Heyne |
|
| 2006 |
Lisey's Story |
2006 |
Love |
Heyne |
|
| 2006 |
Memory |
|
|
|
Kurzgeschichte |
| 2006 |
Stationary Bike |
|
|
|
Kurzgeschichte |
| 2006 |
The Things they left behind |
|
|
|
Kurzgeschichte |
| 2006 |
The Secretary of Dreams - Vol. One |
|
|
|
illustrierte Sonderausgabe |
| 2007 |
Blaze |
2007 |
Qual |
Heyne |
als Richard Bachmann |
| 2007 |
The Gingerbread Girl |
|
|
|
Kurzgeschichte, u.a. in Just After Sunset |
| 2008 |
Duma Key |
2008 |
Wahn |
Heyne |
Roman |
| 2008 |
Just After Sunset |
2008 |
Sunset |
Heyne |
Kurzgeschichten; fast alle sind vorh. erschienen |
(Diese Bibliografie beinhaltet 70 Werke, darunter 6, die bislang noch nicht in Deutsch erschienen sind.)
Verfilmt, teils mehrfach, wurden bislang: Carrie, Brennen muss Salem, The Shining, Creepshow, Dead Zone, Cujo, Christine, Kinder des Zorns (aus Nachtschicht), Der Feuerteufel, Katzenauge, Der Werwolf von Tarker Mills, Stand By Me - Die Geheimnisse eines Sommers, Rhea M - Es begann ohne Warnung, Running Man, Friedhof der Kuscheltiere, Es, Geschichten aus der Schattenwelt, Nachtschicht, Misery, Manchmal kommen sie wieder, Der Rasenmähermann, Schlafwandler, Tommyknockers - Das Monstrum, In einer kleinen Stadt, Stark - The Dark Half, The Stand - Das letzte Gefecht, Die Verurteilten, Langoliers - Verschollen im Zeitloch, The Mangler, Dolores, Thinner - Der Fluch, Quicksilver Highway, The Night Flier, Trucks - Out of Control, Der Musterschüler, Der Sturm des Jahrhunderts, The Green Mile, Hearts in Atlantis, Haus der Verdammnis, Dreamcatcher, Das Tagebuch der Ellen Rimbauer, Das geheime Fenster, Riding the Bullett, Kingdom Hospital, Desperation, Nightmares & Dreamscapes, Zimmer 1408, Der Nebel

Die Horror-Romane
Was ist Horror? Für den einen ist es eine Fahrt im überfüllten Stadtbus von Rio, für den anderen die Krankenkassen"vielfalt" in Deutschland, für einen dritten ein glitschiger Frosch in der Hand. Kurz, alles, was uns die Haare hochstehen lässt, was auch so ziemlich der Übersetzung des lateinischen Ursprungswortes gleichkommt.
Als Altmeister der Horrorgeschichten gilt für gemeinhin Edgar Allan Poe, doch für Stepen King ist das noch zu kurz gegriffen. Er führt uns vor Augen - und das ist möglicherweise der Ursprung seines Zaubers, dass es gerade die deutschen Märchen sind, die die ältesten Schichten der Horror-Literatur bilden. Quasi als Urform der Horror-Geschichten finden wir "Rotkäppchen" und "Hänsel und Gretel" vor.
Nehmen wir die Geschichte von Hänsel und Gretel, wie sie uns die Gebrüder Grimm überliefert haben. Ein Märchen, das annähernd jeder Deutsche kennt und die meisten auch nacherzählen können. Doch wenn wir die Geschichte vom Brimborium des Märchens entblättern und ein wenig modernisieren, dann stellen sich uns wahrlich die Nackenhärchen auf: Ein Forstwirt zieht seine Kinder (vermutlich nach dem Tod deren Mutter) alleine groß, bis er eine Schlampe kennenlernt, die es ihm ordentlich besorgt und ihn dafür überredet, die Kinder im Wald auszusetzen. Gesagt, getan. Weil die Geschwister bei ihrer Quasi-Entführung nur eine Brotkrumenspur legen können, die die Vögelein aufpicken, verirren sie sich. Schließlich geraten sie an eine alte verrückte Domina, die Gretel als Haussklavin hält und Hänsel hinter Gitter sperrt, um ihn zu mästen und - eine Steigerung par excellence - schließlich in einem Anfall von Kannibalismus aufzuessen (!!). Das clevere Gretelchen jedoch stellt der Alten eine Falle und verbrennt sie schließlich bei lebendigem Leibe. - Normalerweise eine Geschichte, die das Prädikat FSK 18 verdient. Horror pur.
(Übrigens auch ein schöner Beweis, dass Gewalt in den Medien nicht zwingend zur Nachahmung führt; sonst hätten schon tausende von Enkeln versucht, ihre dominanten Großmütter in der Heizungsanlage zu entsorgen).
Nichts anderes macht Stephen King. Also jetzt nicht die Entsorgung der Oma, sondern das Ersinnen und Aufschreiben von Märchen. In seinen Romanen wimmelt es von Märchen-Motiven. Unter diesem Aspekt gesehen, könnte beispielsweise "Das Mädchen" als moderne Version einer Gretel durchgehen.
In seinem Sachbuch Danse Macabre (1981) schreibt King selbst, dass er gerne mit den Grundängsten der Leser spielt. Mit der Angst vor der Dunkelheit und vor dem Unbekannten, der Angst vor dem Tod oder einer schlimmen Krankheit, mit der Angst vor dem Kontrollverlust. Stephen King ist mit Horror-Romanen berühmt geworden. Ihn darauf zu reduzieren, wäre allerdings grundfalsch. Dennoch hat er auch in seinen anderen Romanen immer Horror-Elemente eingebunden, meist in Form von Angst oder Ekel.
Carrie (1974)
Stephens King erster Horror-Roman heißt Carrie (1974). Genau genommen ist es sein sechster Roman, wie verschiedene Quellen übereinstimmend behaupten. Todesmarsch, Amok und Menschenjagd werden später unter dem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht.
Das Buch behandelt die Geschichte der 16-jährigen Schülerin Carietta White, die von einer religös-fanatischen Mutter erzogen wird. Mit den Problemen der Pubertät überfordert, wird sie von ihren Mitschülerinnen in jugendlicher Grausamkeit gehänselt und zutiefst gedemütigt. Da entwickelt sie ungeahnte übersinnliche Kräfte der Teleportation. Von den Mitschülern verletzt und von der Mutter im Prozess der Frau-Werdung ignoriert, erfährt sie Hilfe von einer mitfühlenden Lehrerin. Als die Situation eskaliert, setzt Carrie ungeahnte Kräfte frei: In einem tödlichen Inferno rächt sie sich an denen, die sie so schwer verletzten.
Carrie ist aus vielen Gründen einer von Stephen Kings Schlüsselromanen.
Zum einen begründet Carrie Kings Ruf als Horror-Autor. Mit Carrie findet er selber einen Ausweg aus dem Leben als ein nur mittelmäßig verdienender Lehrer und noch schlechter bezahltem Geschichten-Schreiber für Männerzeitschriften. Stephen King ist mit seinem ersten Buch an dem Ziel, das er seit Jahren verfolgt: Er kann plötzlich vom Schreiben leben. Und Carrie wird außerordentlich erfolgreich. 2500 Dollar kassiert King 1973 als Vorschuss von Doubleday, wenig später zahlt Signet für die Rechte am Taschenbuch 400.000 Dollar - für damalige Verhältnisse eine unvorstellbar große Summe.
Damit, und das ist der nächste Aspekt, kann King plötzlich frei von wirtschaftlichen Zwängen schreiben.
Ein Drittes kommt hinzu: Die Verfilmung von Carrie, die Brian de Palma 1976 mit Sissy Spacek realisierte, war ebenfalls ein großer Erfolg. Keine Marginalie der Filmgeschichte: Der 1954 geborene John Travolta erhielt in Carrie seine erste Hauptrolle in einem Film. Ein Jahr später begründete er mit Saturday Night Fever und wieder ein Jahr darauf mit Grease seinen Weltruhm.
Salem's Lot (1975)
Nur ein Jahr nach dem großen Erfolg von Carrie erscheint Salem's Lot. Spielt er in Carrie mit der teuflischen Besessenheit als einem der Hauptmotive des Horror-Romans, so ist Salem's Lot (Brennen muss Salem) eine klassische Vampirgeschichte.
Nach 25 Jahren kehrt der erfolgreiche Schriftsteller Ben Mears in seine Heimatstadt Jerusalems Lot zurück. Er ist auf der Suche nach den Ängsten seiner Kindheit. Damals glaubte er, im sogenannten Marsten-Haus, einem typischen Spukhaus, den früheren Besitzer an einem Strick hängend gesehen zu haben. Doch mit dem Beginn seiner Recherchen häufen sich seltsame Dinge: Menschen sterben unter mysteriösen Umständen, bei einem Totengräber werden Bisswunden am Hals festgestellt. Gemeinsam mit seiner Freundin Susan, einem zehnjährigen Jungen und einem Priester namens Callahan (der 2003 in Wolfsmond wieder auftaucht) gehen sie der Sache auf den Grund und nehmen den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Vampire auf. Am Ende muss Jerusalems Lot durch einen Brand zerstört werden.
Auch Salem's Lot hat eine Besonderheit: Im Gegensatz zu vielen anderen Horror-Romanen von King ist er eine "klassische" Vampir-Geschichte, die an Motive von Bram Stokers Dracula anlehnt. So etwas hat King nie wieder geschrieben. Nach dem kommerziellen Erfolg von Carrie festigt Salem's Lot mehr noch als sein Vorgänger Kings Ruf als Meister des Horrors.
The Shining (1977)
Auch der dritte von Kings Romanen (nach meiner Zählweise) hat wieder ein wichtiges Thema der Horrorliteratur als Leitmotiv - die Geistererscheinungen. Fast scheint es, King wolle den Themenkatalog des Genres fleißig abarbeiten - aber das wird ihm wohl nicht gerecht. Ich persönlich halte The Shining für eine magere 0815-Geschichte.
Ein Schriftsteller namens Jack Torrance versucht in der Winter-Einsamkeit eines Berghotels in den Rocky Mountains sein Leben neu in den Griff zu bekommen. Das Hotel wird von Geistern beherrscht und das Drama nimmt seinen Lauf...
Weil die Hauptfigur in The Shining unter erheblichen Alkoholproblemen leidet, sehen viele in dem Buch Kings ersten Versuch, mit seiner eigenen Alkoholsucht fertig zu werden. Eine naheliegende Schlussfolgerung, der ich dennoch skeptisch gegenüber stehe. Zwar war King bereits 1966, so schreibt er selbst in Das Leben und das Schreiben (2000), zum ersten Mal betrunken. Damals zählte King knapp 19 Jahre und war Schüler auf Abschlussfahrt. Doch Alkoholprobleme sind etwas anderes. Die Einsicht, dass er Trinker ist, kam fast zehn Jahre nach Shining, obwohl er bereits damals trank. In seiner bereits angeführten Autobiografie klingt das so:
"Trinker bilden Abwehrmauern um sich, wie die Holländer Deiche bauen. In den ersten zwölf Jahren meines Ehelebens redete ich mir ein, daß ich 'einfach gerne trank'." (King heiratete 1971, also meint er 1983 - kj) "Dann erließ der Staat Maine in den frühen Achtzigern ein Gesetz für Pfandflaschen und -dosen. Bisher waren meine Miller-Lite-Dosen in den Müll gewandert, jetzt kamen sie in den Plastikcontainer in der Garage. An einem Donnerstag abend ging ich nach draußen, um ein paar leere Dosen zu entsorgen, und sah, daß der Container, der am Montag abend geleert worden war, schon wieder fast voll war. Und da ich der einzige im Haus war, der Miller Lite trank ... Du meine Scheiße, ich bin Alkoholiker, fuhr es mir durch den Kopf, und es erhob sich kein Widerspruch - immerhin hatte ich es geschafft, Shining zu schreiben, ohne zu merken, daß ich von mir selbst erzählte (wenigstens bis zu diesem Abend).
Zwischen Shining und dieser Selbsterkenntnis lagen also mindestens 15 Bücher, darunter sein brillantes Endzeit-Epos The Stand (Das letzte Gefecht). Datiert man seine Selbsterkenntnis auf 1983, dann waren es übrigens nur noch zwei Jahre bis zu seiner Kokain-Sucht...
Auch The Shining wurde erfolgreich verfilmt. 1980 drehte Stanley Kubrick den Film Shining mit Jack Nicholson in der Hauptrolle. Stephen King selbst soll von der Verfilmung allerdings enttäuscht gewesen sein. Für ein Remake als Fernsehserie 1997 verfasste King das Drehbuch selber. Die Serie allerdings erreichte nicht einen Bruchteil des Erfolges, der dem Kubrick-Film beschieden war.
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